Gründerstipendien gehen an zwei Teams der HfSW-Hochschule HdM

Flowcess und Unterstützer: Prof. Dr. Alexander W. Roos, Nisha Munzig, Marian Lambert, Rocco Pavia, Nadine Sienel und Prof. Dr. Jürgen Seitz (Fotos: Marcel Kazenmaier)

Flowcess und Unterstützer: Prof. Dr. Alexander W. Roos, Nisha Munzig, Marian Lambert, Rocco Pavia, Nadine Sienel und Prof. Dr. Jürgen Seitz (Fotos: Marcel Kazenmaier)

Die Start-ups EndslateAI und Flowcess aus dem Umfeld des Institute For Applied Artificial Intelligence der Hochschule der Medien (HdM) dürfen sich freuen: Sie können ihre Geschäftsideen - eine Synchronisations-Lösung für die Postproduktion im Film und eine Software für die Qualitätssicherung in Fitnessketten - vorantreiben, mithilfe eines EXIST-Gründerstipendiums des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, das bis Ende September 2021 läuft.

Als Filmemacher haben die Absolventen des Studiengangs Audiovisuelle Medien, Matvey Fridman und Christian Hofmann, ein großes Problem in der Filmproduktionskette erkannt: die Synchronisation separat aufgenommener Bild-, Ton- und Metadaten. Diese ist trotz bestehender Lösungen immer noch ein sehr kostspieliger und arbeitsintensiver Prozess. Mit ihrem Start-up EndslateAI wollen die beiden dem ein Ende bereiten. Unterstützt werden sie vom Start-up Center der HdM sowie von Prof. Dr. Oliver Kretzschmar, Studiendekan des Masterstudiengangs Computer Science and Media und Teil des Institute For Applied Artificial Intelligence der HdM.

Weiterentwicklung nach Masterarbeit

"Unsere Lösung ist ein auf künstlicher Intelligenz basierender, digitaler Schnittassistent, der die Spuren direkt im Schnittprogramm korrekt anlegt, synchronisiert und nach Szenen- und Takenummern sortiert", erklärt Johannes Horn, der das EndslateAI-Team im Bereich der KI-Entwicklung ergänzt. Die Filmklappe ist dabei das zentrale Element, das die hinter der Software liegenden Technologie möglich macht. "Sie wird an jedem Set ohnehin geschlagen und kann nun mit unserem Software-Plugin effizient und kostengünstig automatisiert ausgewertet werden", ergänzt Christian Hofmann.

Hofmann hatte die Idee mit Matvey Fridman im Rahmen seiner Masterarbeit im Studiengang Audiovisuelle Medien entwickelt und sie anschließend in der "Sandbox", dem Acceleratorprogramm für Gründungen aus der Kreativwirtschaft an der HdM, weiterentwickelt und auf ihre Markttauglichkeit hin getestet. Dann stießen Daniel Bruckner und Johannes Horn, Studenten des Masterstudiengangs Computer Science and Media, zum Team.

Verbesserung des Qualitätssicherungsprozesses

Ein zweites Exist-Stipendium erhielten die Gründer von Flowcess für ihre Idee, die Qualitätssicherung in Fitnessketten zu optimieren. Denn die Messung der Servicequalität ist eine große Herausforderung für die Studioinhaber, die meist zeitgleich für mehrere Standorte verantwortlich sind. Sie können nicht, oder nur mit großem Aufwand nachvollziehen, ob die Leistung ihrer Mitarbeiter in entsprechender Qualität erbracht wurde. Die Web-Anwendung Flowcess soll den Qualitätssicherungsprozess mit dem "3R-Prinzip" deutlich verbessern, indem der richtige Mitarbeiter die richtige Aufgabe zur richtigen Zeit erhält.

"Unsere Vision ist es, die Leistungsfähigkeit von Unternehmen zu steigern und gleichzeitig mehr Freude an die Arbeitsplätze zu bringen. Deshalb entwickeln wir eine Software für smartes Aufgaben- und Ressourcenmanagement", so der Gründer Rocco Pavia vom Studiengang Wirtschaftsinformatik der Hochschule Pforzheim. Seine Mitgründerin Nadine Sienel hat ihre Masterthesis im Studiengang Computer Science and Media zu diesem Thema geschrieben. Marian Lambert, der Business Informatics an der Universität Mannheim studiert, bringt Know-how im Bereich Webentwicklung ein. Zusätzliche Unterstützung erhält das Team von Prof. Dr. Jürgen Seitz, Teil des Institute for Applied Artificial Ingelligence der HdM, als Mentor und Nisha Munzig vom Start-up Center der HdM.

Das Stipendium

Das EXIST-Gründerstipendium fördert Studierende, Absolventen sowie Wissenschaftler an Hochschulen, die ihre Gründungsidee realisieren und in einen Businessplan umsetzen möchten. Bei den Vorhaben muss es sich um innovative technologieorientierte oder wissensbasierte Projekte mit signifikanten Alleinstellungsmerkmalen und guten wirtschaftlichen Erfolgsaussichten handeln. Stipendiaten können sich über die Sicherung des persönlichen Lebensunterhalts für ein Jahr, über Sach- und Coachingmittel bis zu 30.000 Euro sowie den vollen Support der HdM freuen.

Text: Kerstin Lauer, HdM